Vier Perspektiven. Ein Weg: CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und Voltstellen gemeinsamen Koalitionsvertrag für die Jahre 2026 bis 2031 vor
Wiesbaden, 13. August 2026 – Die Verhandlungen über die Bildung der neuen
Maracuja-Koalition aus CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und Volt sind abgeschlossen.
Die vier Parteien haben sich auf einen gemeinsamen Koalitionsvertrag für die Jahre 2026 bis 2031
verständigt. Der Vertrag steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der jeweiligen
Parteigremien auf Sonderparteitagen.
Vier Parteien, unterschiedliche Blickwinkel und ein gemeinsamer Plan für Wiesbaden: Unter der
Überschrift „Vier Perspektiven. Ein Weg.“ wollen CDU, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, FDP und Volt
in den kommenden fünf Jahren die Stärken Wiesbadens weiterentwickeln und gleichzeitig neue
Ideen auf den Weg bringen. Der Koalitionsvertrag setzt dafür klare Schwerpunkte – er verbindet
solide Finanzen mit Investitionen in die Zukunft und konkreten Vorhaben für Verwaltung,
Wirtschaft, Stadtplanung, Innenstadt, Wohnen, Mobilität, Klima und Umwelt, Sicherheit, Bildung
und Soziales, Gesundheit, Kultur und Sport.
„Wir haben sehr offen und konstruktiv miteinander verhandelt. Natürlich schauen vier Parteien
nicht auf jedes Thema mit der gleichen Perspektive – genau das hat aber viele Gespräche besser
gemacht. Jede Partei hat eigene Ideen und Erfahrungen eingebracht und am Ende haben wir
gemeinsam Lösungen gefunden, die zu Wiesbaden passen. In diesem Geist wollen wir auch die
nächsten fünf Jahre zusammenarbeiten“, erklären die vier Koalitionspartner.
Für die gemeinsame Arbeit setzt die Maracuja-Koalition auf klare Prioritäten und eine verlässliche
Umsetzung. Maßnahmen sollen danach bewertet werden, was sie konkret bewirken, ob sie
umsetzbar sind und wie sie solide finanziert werden können. So sollen politische Entscheidungen
auch tatsächlich im Alltag der Wiesbadenerinnen und Wiesbadener ankommen.
Ein Plan für Wiesbaden
Zu den zentralen Vorhaben der Maracuja-Koalition gehören:
Stabile Finanzen und moderne Verwaltung
Wiesbaden soll auch in den kommenden Jahren finanziell handlungsfähig bleiben.
Zero-Based-Budgeting soll flächendeckend eingeführt werden und gleichzeitig sollen Fördermittel
konsequenter genutzt werden. Auch die Modernisierung der Verwaltung wird fortgesetzt:
Dienstleistungen sollen sowohl einfacher als auch digitaler werden und Künstliche Intelligenz
Beschäftigte bei Routineaufgaben entlasten. Als Modellkommune für die Staatsmodernisierung
kann Wiesbaden weiterhin neue Lösungen erproben. IT-Sicherheit und digitale Resilienz werden
dabei weiter gestärkt.
Wirtschaft und Stadtentwicklung
Gute Bedingungen für Unternehmen, attraktive Arbeitsplätze, ausreichend Gewerbefläche und
Raum für Innovation gehören zu einem starken Wirtschaftsstandort. Gründungen sollen erleichtert
und Wirtschaft, Wissenschaft und Stadt stärker miteinander vernetzt werden. Gleichzeitig wollen
wir Konversionsflächen entwickeln, zusätzliche Flächen schaffen, diese klug nutzen und neue
Quartiere so gestalten, dass Wohnen, Arbeiten, soziale Infrastruktur, Mobilität und Grün
zusammenpassen.
Umwelt, Klima und Energie
Für eine grüne und klimaresiliente Stadt setzt die Koalition auf mehr Stadtgrün, den Schutz der
biologischen Vielfalt und den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Auch die Wärmewende soll
vorangebracht werden. Mit mehr Klimaschutz, mehr Grün und Schatten sowie Maßnahmen gegen
Hitze und Starkregen wird Wiesbaden zugleich besser an die Folgen des Klimawandels
angepasst.
Mobilität und Sicherheit
Ob mit Bus, Auto, Fahrrad oder zu Fuß: Die Menschen sollen schnell, komfortabel und verlässlich
durch Wiesbaden kommen. Straßen und Brücken werden saniert, der ÖPNV weiterentwickelt,
sichere Fuß- und Radverbindungen ausgebaut und Baustellen besser koordiniert. Gleichzeitig
bleiben sichere und gepflegte öffentliche Räume, eine gute Präventionsarbeit sowie
leistungsfähige Feuerwehr-, Rettungs- und Katastrophenschutzstrukturen wichtige Schwerpunkte.
Gesundheit, Pflege und Wohnen
Eine gute gesundheitliche und pflegerische Versorgung und bezahlbares Wohnen sind zentrale
Voraussetzungen für Lebensqualität. Bestehende Versorgungsstrukturen und Netzwerke sollen
gestärkt, Prävention und niedrigschwellige Angebote weiterentwickelt werden. Beim Wohnen geht
es darum, vorhandene Potenziale besser zu nutzen, neuen bezahlbaren Wohnraum zu schaffen
und die kommunalen Wohnungsbaugesellschaften als wichtige Partner zu stärken.
Kultur, Sport und Ehrenamt
Kultur, Sport und ehrenamtliches Engagement prägen Wiesbaden und bringen Menschen
zusammen. Die vielfältige Kulturlandschaft und die freie Szene sollen ebenso verlässlich
weiterentwickelt werden wie auch Sportstätten und Angebote für Bewegung. Vereine, Initiativen
und Ehrenamtliche sollen gute Bedingungen für ihre Arbeit vorfinden. Auch Wiesbadens
Städtepartnerschaften werden weiter gepflegt und mit Leben gefüllt.
Soziales, Bildung und Teilhabe
Wiesbaden verfügt über ein starkes Netz sozialer Angebote, engagierter Träger und guter
Bildungsstrukturen. Diese sollen verlässlich unterstützt und weiterentwickelt werden.
Stadtteilzentren und Kinder-Eltern-Zentren bleiben wichtige Anlaufstellen vor Ort, der Ganztag an
Grundschulen wird weiter ausgebaut und auch weiterführende Schulen werden bei
Ganztagsangeboten unterstützt. Hilfen sollen leichter zugänglich sein und Kindern und
Jugendlichen unabhängig von ihren Startbedingungen gute Chancen eröffnen.
Gleichstellung, Vielfalt und Integration
Wiesbaden steht für eine offene Stadtgesellschaft, in der alle Menschen die gleichen Chancen auf
Teilhabe haben sollen. Dazu gehören die Gleichstellung von Frauen und Männern, Schutz und
Beratung bei Gewalt, starke Strukturen für LSBT*IQ-Personen sowie gute Zugänge zu Sprache,
Bildung, Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe. Vielfalt soll auch künftig als Stärke der Stadt gelebt
werden.
Klare Prioritätensetzungen, neue Aufgabenverteilungen
Die neue Dezernatsverteilung schafft fachlich klar zugeschnittene Verantwortungsbereiche:
Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt werden in einem Dezernat enger miteinander verzahnt,
genauso wie ein anderes Dezernat durch die Bündelung der Bereiche Digitalisierung,
Organisation, Bürgerangelegenheiten, Statistik, Smart City die Modernisierung der Verwaltung aus
einer Hand vorantreibt. Auch die Verkehrsüberwachung werden wir organisatorisch neu aufstellen
und dabei Stadtpolizei und Verkehrsüberwachung wieder ins Ordnungsamt integrieren. Zugleich
erhält die Finanzsteuerung angesichts der schwierigen Haushaltslage ein eigenständiges Gewicht,
während Schule und Kultur die notwendige fachliche Aufmerksamkeit bekommen. So entstehen
klarere Zuständigkeiten, weniger Schnittstellen und kürzere Entscheidungswege.
Die nächsten Schritte
Der Vertrag steht nun zur Beratung und Abstimmung in den vier Parteien. In der kommenden
Woche haben die Parteimitglieder das Wort. Erst nach der Zustimmung aller vier Parteien kann
der Koalitionsvertrag unterzeichnet werden. Im Anschluss werden die Partner die vorgesehenen
Dezernentinnen und Dezernenten vorstellen. Am 27. August 2026 ist die Wahl der neuen
hauptamtlichen Stadträtinnen und Stadträte in der Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung
vorgesehen.
Gemeinsam gestalten
Die vier Partner bringen unterschiedliche politische Schwerpunkte in die gemeinsame Arbeit ein.
Diese finden sich auch im Koalitionsvertrag wieder und ergänzen sich zu einem gemeinsamen
Programm für die kommenden fünf Jahre. Das ist der Kern der Maracuja-Koalition:
unterschiedliche Perspektiven, gemeinsame Verantwortung und ein gemeinsamer Weg.
Ingmar Jung, Kreisvorsitzender der CDU Wiesbaden: „Ich gehe aus diesen Verhandlungen mit
einem richtig guten Gefühl heraus. Wir haben erlebt, wie gut vier unterschiedliche politische
Perspektiven zusammenpassen können, wenn der gemeinsame Wille da ist, Lösungen zu finden
und Wiesbaden voranzubringen. Genau diese positive, vertrauensvolle Zusammenarbeit macht
Mut für die kommenden Jahre. Dieser Koalitionsvertrag ist der Startschuss für einen echten
Aufbruch in Wiesbaden: Wir stärken Sicherheit und Wirtschaftsstandort, fördern den
Zusammenhalt durch Sport und Kultur und setzen in der Mobilität auf eine ausgewogene,
pragmatische Lösung.“
Rebecca Thomas und Daniel Schmitt, Co-Kreisvorsitzende von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wiesbaden: „Wir sind mit viel Offenheit und gegenseitigem Respekt in die Gespräche gegangen
und haben schnell gemerkt, dass wir trotz unterschiedlicher Perspektiven viele gemeinsame Ziele
haben. Besonders freut mich, dass wir wichtige grüne Anliegen – von Umwelt- und Klimaschutz
über soziale Gerechtigkeit bis hin zur Gleichstellung und Stärkung von Frauen – gemeinsam
voranbringen wollen. Wir haben damit eine gute Grundlage für die kommenden Jahre geschaffen.“
Christian Diers, Kreisvorsitzender der FDP Wiesbaden: „Wir freuen uns auf die kommende
Zusammenarbeit. Die Gespräche der letzten Wochen haben gezeigt, dass die Zusammenarbeit
zwischen diesen vier Parteien politisch wie persönlich belastbar ist. Wir stellen uns der
angespannten Haushaltslage ohne Beschönigung: Wir werden Prioritäten setzen, Ausgaben und
Strukturen konsequent prüfen und nur versprechen, was dauerhaft finanzierbar ist. So schaffen wir
die Grundlage dafür, dass Wiesbaden wirtschaftlich wächst und politisch handlungsfähig bleibt.”
Edwin Meier, Local-Lead von Volt Wiesbaden: „Für uns als Volt war die offene und konstruktive
Atmosphäre in den Verhandlungen besonders wichtig: Wir haben unterschiedliche Perspektiven
ernst genommen und gemeinsam zu guten Lösungen für Wiesbaden zusammengebracht.
Inhaltlich wollen wir vor allem die Modernisierung der Verwaltung weiter vorantreiben und
Wiesbadens Rolle als Modellkommune für die Staatsmodernisierung nutzen, um neue Lösungen
selbst mitzugestalten. Unser Ziel ist eine Verwaltung, die den Menschen das Leben leichter macht,
Beschäftigte entlastet und die Chancen von Digitalisierung und KI sicher und sinnvoll nutzt.“
Der Koalitionsvertrag kann hier heruntergeladen werden:
