FDP-Neujahrsempfang: Ein neues Museum für Wiesbaden?

AktuellesKunst und KulturPressePressearchiv17. Februar 2017

FDP-Neujahrsempfang: Ein neues Museum für Wiesbaden?

Dr. Klar und Gabler fragen: Quo vadis Wiesbaden / Für Standortsicherung mit Kultur und Bürgerbeteiligung

Wiesbaden. – „Bürgerbeteiligung steht für die FDP ganz oben auf der Agenda“, erklärte Chistian Diers, FDP-Fraktionsvorsitzender, auf dem stark besuchten Neujahrsempfang der Freien Demokraten, der  im Landesmuseum stattfand. Er begrüßte u. a. den Oberbürgermeister Sven Gerich und den Staatsekretär des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Ingmar Jung. Diers erinnerte daran, dass die FDP Unterschriften für ein Bürgerbegehren gegen Windräder auf dem Taunuskamm gesammelt habe, das zwar von SPD-CDU abgelehnt wurde. Dennoch habe das Regierungspräsidium die Windanlagen verboten um das Trinkwasser zu schützen sagte er und mahnte vor verschwendeten Gerichtskosten gegen die Entscheidung. Die Bürger würden sich heute über soziale Medien schneller informieren, sagte er, und so sei der Wunsch gewachsen, in der Kommunalpolitik mitreden zu dürfen.

Die Bürgerbeteiligung zur Gestaltung der Wilhelmstraße 1 habe den Wunsch nach einem Museum ergeben, so Chris Diers, nun stelle sich die Frage ob bei anderen großen Projekten auch die Bürger beteiligt werden. Für das zwei Jahrzehnte alte Stadtbahnprojekt, nun umbenannt in Citybahn, stelle sich die Frage nach Alternativen wie Elektrobussen, die geprüft werden müssten. Denn die Fakten würden für die Citybahn immer noch keinen Sinn ergeben.

„Der erste Schritt um den Wohlstand zu verlieren ist ihn für Selbstverständlich zu halten“, erklärte Norman Gabler, FDP-Kreisvorsitzender und stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Es gelte heute eine Idee zu entwickeln von der man morgen leben könne. Gabler fragte Quo vadis Wiesbaden und forderte die Stadt auf, ihren Standort zu sichern, die Schulen zu sanieren und Breitband auszubauen.  Er bezeichnete das Museum an der Wilhelmstraße 1 als Gewinn für Wiesbaden. Die Stiftung Ernst übernehme die Baukosten von 30 bis 35 Millionen und 2,8 Millionen für den jährlichen Betrieb.

Einige Wiesbadener möchten das Geld lieber woanders investieren, erklärte Gastredner Dr. Alexander Klar, Direktor des Landesmuseums Wiesbaden. Doch in Kunst investiertes Geld lasse sich nicht gegenrechnen. Man müsse fragen: „Welchen Wert messen wir Dingen zu?  und nicht: Was kosten sie?“ Dann fragte er: „Wofür steht Wiesbaden?“ Die Landeshauptstadt solle sich um ihr Gesicht bemühen. In Wiesbaden wären einst der harte Faktor Wasser und der weiche Faktor Kultur zum prägenden Element der deutschen Kultur geworden, schilderte Dr. Klar. Eigentlich hätte die Geschichte Wiesbadens erst um 1800 begonnen. Hauptbahnhof, das Landesmuseum mit den wundervollen Räumen, das schönste Museum Deutschland, und andere Bauwerke – all das hätte das Ambiente geliefert, das Gäste aus ganz Europa genossen. Er sagte: „Das prägendste Bild einer Stadt ist die Geschichte.“ Heutzutage komme der Ärztekongress wegen der Kultur und des Erscheinungsbildes in die Rhein-Main-Hallen. Nun warte die Landeshauptstadt auf den Schlussstein der Kulturmeile zwischen Kurhaus und Landesmuseum, das neue Museum von Reinhard Ernst, sagte Dr. Alexander Klar und bat darum, die weitere Diskussion sachlich zu führen.  Es solle ein Projekt von Wiesbaden und nicht nur eines von Ernst werden, wünschte der Museumsdirektor.